SIEDLERAGAMEN
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Neustes Update am 07. Juni 2010 ( bitte nach unten scrollen. . .)


 *   *    Herbst 2007  . .   es gibt Nachzuchten !   *   *

Zu meiner  Freude ist es mir gelungen , nach über 3 Jahren in denen ich mich mit der Art intensiv beschäftige, Siedleragamen von mehrere Jahre eingewöhnten Elterntieren erfolgreich nachziehen zu können .
Hier ein ausführlicher Bericht und einige Bilder . .


                                     *     *     *

           Zur Nachzucht von Siedleragamen


Wer sich schon etwas intensiver mit Siedleragamen beschäftigt hat weiß meist wie schwierig bis unmöglich es ist in Deutschland Nachzuchten zu finden.

Zwar kursieren immer mal wieder Gerüchte das das ein oder andere Ei eines bereits trächtig importierten Wildfangweibchen inkubiert wurde.
Wenn man dann nachhakt ist es aber überwiegend leider so das man die Jungtiere  dann meist nirgendswo mehr " findet ", bzw. von den Haltern plötzlich nichts mehr hört.

Trächtig importierte Weibchen findet man reichlich - Erfolgreich nachgezogene Jungtiere sehr selten.

Mir sind über die Zeit lediglich nur 2 Halterinnen bekannt geworden denen nachweislich ( "gehört/behauptet " ist nicht nachgewiesen ) eine erfolgreiche " "echte" Zucht gelungen ist.

*  Gibt es jemanden der jetzt protestiert " halt ich habe auch . . " würde ich mich selbstverständlich über dementsprechendes Feedback freuen  ! *

( ich meine nicht eher "zufällig"  inkubierte Eier eines grad frisch importierten Weibchens, wo die Gelege nichts, bzw. die Jungtiere nicht überlebensfähig waren, das Weibchen verstarb o.ä. )


Ein Problem mit ist sicher das es so gut wie keine nützlichen und sicheren Infos zu Eiablage, Inkubation und Aufzucht gibt.

Es wäre aber sehr wünschenswert wenn  Siedleragamen irgendwann so gut nachgezogen werden können das sich die Massenimporte von Wildfängen mit der Zeit endlich mal verringern !


Ich hoffe durch meine Erfahrungen , gesammelten Daten und aktuellen Beobachtungen dazu beitragen zu können :

                                                  

                                                                Details

-  Im Frühjahr 07 konnte ich bei meinen Agama agama agama  erstmalig  Paarungsverhalten beobachten.

Das Männchen befand sich zu der Zeit 2 Jahre in meinem Besitz. Das Weibchen 1 Jahr.

Beide Tiere waren zum  Zeitpunkt des Erwerbs noch nicht ausgewachsen und - das Männchen - noch nicht ausgefärbt. ( Geschlechtsreif )

-  Im Mai 07 wurde das Weibchen sonderbar rundlich , was ich zunächst auf zu gute Fütterung schob. Als sich dann aber über die Zeit die seitlichen gelben Flecken verstärkten kamen mir Zweifel.

Als dann über den Sommer die  Eier anfingen sich recht deutlich abzuzeichen war`s klar:
              Das Tier frißt nicht zu viel - sie ist trächtig . . . und ich wurde nervöser.


- Anfang September 07 legte dieses Weibchen kurz nacheinander 2 verhältnismäßig große Eier hoch oben auf einen Vorsprung.
( Temperatur dort etwa 35 Grad , harter Untergrund und knochentrocken. )

Der genaue Ablagezeitpunkt war nicht sicher und die Eier wurden durch die anderen Tiere mehrfach bewegt.
Ich hatte daher Zweifel das die Eier keinen Schaden genommen haben.
Die Eier wurden in einen selbst gebastelten "Inkubator" gepackt. . .
Weitere Eier wurden nicht gelegt . Weibchen bekam keine Legenot und erfreut sich auch heute noch  bester Gesundheit --->


                         



                                                Zeitigung

                         Gelege vom 07 September 07

Luftfeuchtigkeit:

- mäßig feuchtes Vermiculit ( wurde nur unregelmäßig nachgefeuchtet )
- LF: 65 -  90 %
Inkubator verfügt über relativ große Lüftungen, so das die LF überwiegend bei ca. nur 65% lag bzw. nur kurzeitig stark nach oben schwankte ( 90 % ).
Ähnliches galt für die -->

Temperaturen:

Tags 28 - 32 C°
Wobei einmalig die Temp. für ca. 2 Stunden auf 34 C° anstiegen.
Nachts 24 - 26 °C
Temperaturen jeweils langsam an/absteigend.

Schlupf :
               

04 November 07   nach nur 58 Tagen
Was ich recht bemerkenswert finde trotz der merklichen Nachtabsenkung , schwankener Temp. und LF. .

( Die wenige Literatur spricht von 60 - über 80 Tagen. )
Beide Tiere schlüpften innerhalb von ca. 6 Stunden und waren gleich groß, wobei der Schwanz im Verhältniss enorm lang scheint.

GL: 8 cm ( KRL : 3,5 cm )

                   


         - Nr.1 saß als ich den Schlupf bemerkte - bereits  nickend - morgens gegen 9 Uhr auf dem Rand der Schale.

                         

- Ei Nr. 2 hatte gegen 10 Uhr einen Riß.
Um 10.30 war der Kopf draussen.
Um 11 Uhr gas ganze Tier. Ebenfalls bereits kräftig nickend ;-)

- Dottersack bei beiden restlos resorbiert.

                                      Die beiden Tierchen hatten`s also recht eilig.
                                       

Gegen Nachmittag wurden die beiden in ein eilig hergerichtetes Terrarium überführt ( ich war von dem frühen Schlupf ziemlich überrumpelt )
Aus eigener leidlicher Erfahrung beim Versuch die beiden halbwegs problemlos umzusetzen:
Adulte Siedleragamen sind schon äußerst schnell unterwegs. . .
Für die Kleinen ist " äußerst schnell " gar kein Ausdruck mehr . . also Vorsicht falls ihr mal in den Genuß kommen solltet.


Kurz nachdem sie das Aufzuchtbecken bezogen haben, suchten die Tiere bereits den Sonnenplatz auf und beäugten interessiert die Umgebung.

               


Am Abend wurde bereits versucht den ins Terrarium gegebenen Drosophilas ( Fruchtfliegen ) nachzujagen.

Am folgenden Tag wurden kleine -  mit einem Mineral/Vitaminpräperat ( Herpetal T ) eingestäubte -   Grillen gejagt und  Buffalos ( Larven d. Getreideschimmelkäfers ) genommen.
Sepia (auf eine Wurzel gebröselt) sowie Wasser aus der Pipette wurde ebenfalls angenommen.


Die Tiere sind zwar bei zu hektischen Bewegungen durchaus auf der Hut, zeigen sich aber bei einer ruhigen Hand ansonsten wenig scheu. ( Tränken direkt aus der Pipette möglich )


              


                                                Ca. 3 Stunden nach dem Schlupf

                   



                     Aufzucht / Terrarium + Haltungsbedingungen

                             Aufzuchtbecken Glasterrarium 0,50 L x 0,30 T X 0,30 H

Einrichtung:
Nicht allzu feiner Aquariensand, große Wurzel die an der Rückseite Schutz bietet, 2 Unterschlüpfe am Boden , 2 größere Steine , 1 Ast ( Obstbaum ) hoch angebracht der längst durchs Terrarium geht , künstliches Efeu.
- Mini Wasserschale .

Beleuchtung , UV und Wärmequelle
50 Watt Bright Sun UV ( Desert ) der oben über dem Lüftungssteg hängt. Geringster Abstand z. Tier punktuell 15 cm.

Temperaturen
punktuell ca. 45 Grad.

- Direkt um den Lichtkegel ca. 32 - 36 Grad.
- Kühlster Bereich 23 - 25 Grad.

Nachts fällt die Temperatur auf bis zu 15 Grad ab.

Luftfeuchtigkeit
30 - 45 % . ( nachts höher )

Einmal täglich wird leicht gesprüht wobei die Tiere Wasser aufnehmen.

Futter:
Derzeit noch täglich in kleinen Mengen Minigrillen, Drosophila, ab und an Buffalos .
Jede 2 te Fütterung wird mit Herpetal T bestäubt. Sepiaschale


Da die Tiere trotz vieler Klettermöglichkeiten und hoher Plätze immer mal wieder versuchen das Glas des Terrariums zu "erklettern ", wird so schnell wie möglich ein anderes Terrarium mit Rückwänden gebaut. Auch bei den Kleinen offensichtlich bereits einfach schon ein Muß wie mir das Verhalten aufzeigt.

Updates und Neuigkeiten zur Entwicklung der Nachzuchten und zu dem anderen im Moment trächtigen Weibchen folgen  . . .
             

                                     25 November 07
Beide Tiere entwickelt sich weiterhin prächtig und bisher gestaltet sich die Aufzucht problemlos

            



Entwicklung vom Schlupf an bis Januar 08

Vorab sei gesagt das ich die Tiere bisher nicht gewogen habe um sie nicht unnötig zu stressen .
Um der Gefahr zu entgehen das sie während des Händlings entwischen, oder gar durch zu grobes Anfassen beim rausfangen Schaden nehmen, werden die Tiere wenn sich die Gelegenheit bietet ledigleich während der nächtlichen Ruhephase durch anhalten eines Zentimeterbandes/Lineal gemessen.

Die erste Häutung beider Tiere erfolgte zeitgleich nach ca. 3 Wochen und verlief problemlos. Sie vollzog sich innerhalb von wenigen Tagen . Beginnend am Schwanz, über den Körper und endend mit dem ablösen der Haut am Kopf.

Die 2 te Häutung erfolgte in einem Alter von 7 Wochen, wobei sich die Kompletthäutung dann bereits schon über ca. 10 Tage hinzog.

Mittlerweile hatten die Tiere ihre Größe bzw. Länge verdoppelt und hatten im Alter von 7 Wochen eine Gesamtlänge von 16 cm.

Das Verhältnis KRL ( Kopfrumpflänge ) zu Schwanzlänge ist gleich dem der Erstmessung kurz nach dem Schlupf


Fütterung/Nährstoffversorgung

Gefüttert wird weiterhin abwechslungsreich, wobei ich auch bei den Jungtieren bereits ab einem Alter von ca. 3 Wochen etwa 2 mal die Woche einen Fastentag einlege, wo keine Futtertiere bzw. höchsten wenige Drosophilas gegeben werden.

Man sollte auch bei den Jungtieren darauf achten sie nicht zu überfüttern, auch wenn es noch so viel Freude macht sie bei der Jagd zu beobachten.
Spätestens wenn die Zwerge ein kleines Bäuchlein aufweisen sollte man stoppen.

Siedleragamen neigen allgemein dazu ohne Maß alles in sich hineinzuschlingen und besonders während der Aufzucht finden die Tiere kein Ende und fressen ununterbrochen – wenn man sie ließe.

 Lieber 2 mal täglich nur wenige Futtertiere geben als zu große Mengen auf einmal  und auch unregelmäßig einen Fastentag einlegen. Diese Art der Fütterung  enspricht auch eher den natürlichen Bedingungen und dem Angebot an Insekten dort wo die Tiere ursprünglich leben.
 

Art des Futters

Das Lebendfutter besteht zu einem Anteil von 50% aus Micro und Minigrillen.  Die restlichen 50 % bestehen zu etwa gleichen Teilen aus Buffalolarven, Drosophila/Fliegen und  Schaben /( jungen Blabtica dubia und weichen Schabenarten wie z.B. Schultesia spe. )

Bei jeder der Fütterungen wird etwa die Hälfte der Insekten im Wechsel mit Herpetal T sowie Herpetal Mineral + D3  bestäubt.
Die im Terrarium stets vorhandene Sepiaschale wird trotz des Einstäubens relativ häufig zusätzlich aufgenommen.

Schon in der 2. Woche nach dem Schlupf stellte sich heraus das die Nachzuchten ebenfalls - wie mittlerweile alle meine adulten Tiere - auch ein buntes Gemüse / Obstangebot  nicht verschmähen , und sich das ein oder andere Obststück aber auch Blattsalate, Paprika ect.  schmecken lassen

Ich nutze für die Fütterungen  der Schaben und Buffalowürmer etwa 3 cm kleine Schälchen aus eigener Herstellung eines befreundeten Terrianers. Diese verfügen über einen nach innen gebogenen Rand wo diese Art der Futtertiere nicht draus flüchten können.

Ausnahmsweise verfüttere ich an die Jungtiere auch die sonst bei mir nicht besonders beliebten wuseligen und schnellen Heimchen,  da in dem derzeitigen Glasbecken die Gefahr des Versteckens und letztendlich Vermehrens dieser Grillenart nicht gegeben ist.

Die kleinen Agamen lieben - wie auch die adulten - das Jagen nach Futtertieren und erwischen selbst jede Fliege in relativ kurzer Zeit. Es begeistert immer wieder bei ihren akrobatischen  „ Verrenkungen „ während der Jagd zuzuschauen . . sofern man diesen agilen Tieren dabei mit den Augen überhaupt so schnell folgen kann.


Flüssigkeitsbedarf:

In den ersten 3 Wochen nahmen die Tiere noch täglich Sprühwasser auf.
Mittlerweile scheint sich der Flüssigkeitsbedarf etwas reduziert zu haben und es wird nur noch  alle 2 Tage etwas gesprüht. Eine kleine Wasserschale ( etwa dem Schraubdeckel einer Colaflasche entsprechend ) die ab und an aktiv aufgesucht wird ist stets vorhanden.

Siedleragamen sind ansonsten ziemlich „Wasserscheu „ und auch die Kleinen mögen es nicht direkt angesprüht zu werden.

 

Bedingungen, Anpassung des Terrariums an die Entwicklung der Jungtiere und sonstiges erwähnenswertes

Im Gegensatz zu vielen anderen Agamenarten sollte das Aufzuchtsbecken nicht spartanisch gehalten werden, sondern abwechslungsreich und von Anfang an gut eingerichtet sein

Das gesamte Verhalten der Tiere zeigt vom Schlupf an durchgehend auf wie wichtig auch schon für die jüngsten Siedleragamen eine gestaltete und bekletterbar Rückwand in einem artgerechten Becken ist.

Da gestaltete Seitenwände in dem Aufzuchtbecken zunächst nicht vorhanden waren, nutzen die beiden sehr häufig die senkrechten Flächen der einzigen eingebrachten großen Wurzel, bei der sie vor allem die Rückseite als bevorzugten Flucht- und Schlafplatz nutzen.

Bei Störungen, aber auch während der normalen Aktivität versuchen die Agamen leider auch  immer wieder die glatten Rück- und Seitenscheiben zu erklimmen und geraten so schnell in Stress aufgrund der fehlenden Klettermöglichkeiten.

Auch die Kleinen kann man schon als ausgesprochen individuelle, und agile Tiere bezeichnen, denen man unbedingt genügend Möglichkeiten bieten sollte sich ihren Ansprüchen nach verhalten zu können.

Schränkt man ihr natürliches und instinktives Verhalten durch zu wenig Platz, fehlende Fluchtmöglichkeiten und nutzbare Flächen ein, ist wie bei allen Siedleragamen Stress und daraus eventuell entstehende Störungen in der Entwicklung vorprogrammiert.

Die Annahme Jungtiere würden problemloser an den Menschen zu gewöhnen sein  hat sich bisher nicht bestätigt.

Wie auch ältere Tiere regieren besonders Agama agama  ( im Gegensatz zu Agama lionotus ) allerhöchstens mit einer gewissen „ Gelassenheit „ auf bestimmte regelmäßige Vorgänge am und vor dem Terrarium.

Mir fortschreitender Entwicklung wird sich zeigen in wie fern sich die Tiere weiter an die Anwesenheit des Menschen zu gewöhnen sind

 Nochmals möchte ich aus eigener leidiger Erfahrung darauf hinweisen das bei der Fütterung  der Zöglinge und den nötigen Arbeiten im Terrarium konsequent aufgepasst werden muß das keines der Tiere flüchtet.

Am besten man schafft durch eine dünne Plexiglasplatte oder ähnliches als „ 3 te Scheibe „ zu den Schiebetüren eine Art Sicherheitsbarriere. Diese oben etwas gekürzte Scheibe  stellt man dort in die Führungsschiene wo diese vorne frei liegt. Nun kann man die dahinter liegende Scheibe aufschieben und durch den Spalt oben  dann relativ beruhigt füttern.

 Danke nach Berlin an Karin  für diesen tollen Tip , der wunderbar funktioniert ;-)

Für die Entfernung des Kotes,  was ich grundsätzlich nur zu späterer Stunde wenn die Tiere ruhen( sollten. . ) vornehme, nutze ich einen Plastiklöffel der mit einem Holzstab so verlängert wurde das die Scheiben nicht allzu weit geöffnet werden müssen.

Definitiv sollte man jeglichem Händling aber nie nachlässig werden. Die Tierchen sind auch im dunkeln, vermeindlich schlafend und „ kalt „ nie zu unterschätzen und enorm schnell mal entwischt
 

Rangordnung und Geschlechter (unabhängiges ) Dominanzverhalten

Mittlerweile ist BEIDEN  Tieren täglich ein buhlen um Futter und die besten Plätze im Terrarium zu beobachten .

Besonders zu den Fütterungen finden recht ausgeprägte Rangordnungskämpfe statt die sich durch aufstellen des Kehlsackes, heftiges Nicken und auch die ein oder andere Verfolgungsjagd durchs Terrarium auszeichnen.

Hierbei vermute ich allerdings kein geschlechtsspezifisches Verhalten,da sich Beschriebenes auch bei meinen adulten Tieren und während der Paarungs- und Fütterungszeitzeit häufig und ab und an recht massiv ( auch und vor allem bei meinen Weibchen untereinander)  beobachten läßt.

Sofern man aus dem Verhalten überhaupt ansatzweise Rückschlüsse auf das Geschlecht ziehen kann könnten beide Nachzuchttiere eventuell gleichgeschlechtlich sein.
Während der Haltung von Siedleragamen habe ich bestimmte und ganz spezielle Verhaltensweisen grundsätzlich nur unter gleichgeschlechtlichen Agamen beobachten können.
Das Verhalten von adulten männlichen zu weiblichen Tieren ( Päärchen ) untereinander zeigt klar zu erkennende Unterschiede zu oben beschriebendem (gleichgeschlechtlichem) auf.

Anhand der Körperzeichnung, Färbung und den Proportionen lassen sich die Geschlechter bei Siedleragamen allgemein bis zu einem Alter von bis zu 2 Jahren nicht sicher bestimmen.

Wie bereits an anderer Stelle beschrieben können sich Siedleragamen je nach Gruppenbildung stark dem anderen Geschlecht anpassen bzw. sich unterordnen, sowie auch geschlechtsunspezifisch dominieren .

Zudem ist es häufig zu beobachten das besonders Agama agama  - inklusive der adulten Weibchen - mitsamt dem ganzen Verhalten sowie aller körperlichen Merkmale regelrecht die Geschlechter „ wechseln „
 ( Stichwort juvenile Tarnung, vortäuschen des anderen Geschlechts samt deren Körpermerkmale, vermeintliche Trächtigkeitsflecken bei männlichen Agama ect.  )

 
Um mögliche Unterdrückungen oder Stress zu vermeiden ziehen die Jungtiere in Kürze in ein größeres selbstgebautes Terrarium mit besserer Gestaltung ( Rückwänden ), ausreichend Sonnenplätzen und Rückzugsmöglichkeiten für jede Agame um.
 
- Stand Ende Dez.07 / Anfang Jan. 08 -




Januar bis  April 08

Terrarium, Entwicklung der Nachzuchten und ein paar Anmerkungen

Ende März 08

Seid Anfang Januar bewohnen die beiden Nachzuchten nun ein besser strukturiertes und vor allem größeres Terrarium.

Fotos des neuen Terrariums  <-- Klick

Näheres zum Bau dieses  Beckens habe ich im Forum  und hier geschildert



Für die Grundbeleuchtung verwende ich ,wie auch bei den adulten Tieren,  für den Einsatz in der Terraristik geeignete T5 Röhren

Die UV Versorgung wird durch eine 50 Watt Bright Sun UV ( Desert ) gewährleistet, welche zusätzlich noch merklich und mit nachweisbar guten Werten bezüglich Beleuchtungsstärke überzeugt  
( siehe auch
http://www.dihu.ch/technik/beleuchtung/beleuchtung.htm#Metalldampf

Die tägliche Beleuchtungsdauer betrug bis etwa Ende Februar 10 Stunden , liegt derzeit bei 11 Stunden und wird über die Sommermonate auf 12 -13 Std. gesteigert.

Die Brightsun ist derzeit täglich 7 Stunden in Betrieb.

Ein zusätzlichernormaler 40 Watt Spot erhöht die Temperaturen zwischenzeitlich ( Mittag – frühen Nachmittag ) auf etwa 30-35 Grad oben/ Mitte Terrarium und bis zu 50 Grad direkt unter dem Spot.

Die kühlsten Stellen betragen zu dieser Zeit etwa 24 – 26 Grad.

Abends sinken die Temperaturen relativ zügig auf Zimmertemperatur, wobei ich darauf achte das diese über Nacht weiter bis auf etwa 15-18 Grad fallen.
 
Besonders auffällig ist das die Tiere, sobald die Brightsun dazu geschaltet ist, sofort diesen Strahlungsbereich aufsuchen und dem zuschalten des Strahler mittlerweile regelrecht „aufzulauern „ scheinen.
( Die entsprechenden Bereiche werden bereits kurz vor dem ( zeitlich immer gleichem ) zuschalten aufgesucht. )


Ein gut ausgeleuchtetes Terrarium sollte den Betrachter blenden ;-) . . (Bright Sun links oben)

                  

Fütterung:

Gefüttert wird weiterhin abwechslungsreich  mit entsprechend großen Futtertieren zu etwa 50 % Grillen und 20 % kleinen  Heuschrecken.

Die restlichen Prozent setzen sich zusammen aus kleinen Schaben, Larven des Getreideschimmelkäfers sowie Fliegen ( Frucht - u. Krullfliegen  )

Ich füttere die Tiere jetzt im Alter von ca. 6 Monaten nicht mehr täglich, sondern zu relativ unbestimmten Zeiten nur noch 3 - höchstens 4 mal die Woche, jeweils mit wenigen Futtertieren

Man sollte meines Erachtens auch bereits während der Aufzucht darauf zu achten nicht zu überfüttern ,   die Tiere sich ihr Futter „ erarbeiten „ lassen und recht aktive Futtertiere  wählen.

(Siedleragamen sind welche meiner wenigen Terrarientiere an die ich – die sonst bei mir nicht grad beliebten da sehr schnellen - Heimchen verfüttere. )


Bemerkenswertes bezüglich  pflanzlichem Futter :

 Die Jungtiere gehen, wie schon Eingangs erwähnt, von Anfang an bis heute äußerst gern an Obst / Gemüse.

Dabei stellt sich heraus das sie - im Gegensatz zu den adulten Tieren - kaum wählerisch sind und das etwa 2 mal in der Woche angebotene bunte Gemüse/Obstangebot breitwillig und kontinuierlich annehmen .

Ob eine Fütterung mit pflanzlichen unbedingt nötig ist bleibt sicherlich Ansichtssache.

Ich bin aber aufgrund meiner Erfahrungen zu der Überzeugung gelangt das man Siedleragamen - die als nur  ( bzw. überwiegend ) insektenfressend gelten – pflanzliches anbieten sollte.

Zumal  Beobachtungen an Populationen der Tiere in ihren Ursprungsgebieten immer wieder von der Aufnahme verschiedener Pflanzen / Blüten/ Obst berichten.


Verhalten:

Die Nachzuchten sind auch jetzt noch relativ scheu und flüchten bei allzu hektischen Bewegungen vor dem Terrarium in ihre Verstecke, kommen aber ziemlich schnell wieder daraus hervor.

Dies entspricht allerdings sowieso eher dem natürlichem Verhaltensmuster der Art, wobei dies bei jungen Agamen sicherlich aufgrund der sonst naturbedingten größeren  Gefahren für  Jungtieren noch ausgeprägter ist.
Sofern man sich ruhig bewegt und sich beispielsweise einen gemütlichen Sitzplatz vor dem Terrarium einrichtet, ist es ohne Probleme möglich die Tiere in ihrem gesamten Verhaltensspektrum zu beobachten.

Etwas problematischer gestaltet sich allerdings das verrichten nötiger Arbeiten im Terrarium wie entfernen des Kotes usw. , was man zwingend am  späten Abend bzw. frühen morgen erledigen sollte.

Besonders die jungenSiedleragamen neigen dazu bei - zu großer - Gefahr nicht ruhig in einem Unterschlupf zu verbleiben,  sondern springen eher relativ panisch und unglaublich schnell durch das Terrarium.
Vor allem aber die Fütterung kann sich vor allem bei Jungtieren dadurch zu einem echten Problem entwickeln da dies zwangsläufig tagsüber geschehen muß.

Man sollte daher von Anfang an darauf achten die Tiere, auch ohne öffnen der Terrarienscheiben, füttern zu können.
Ich habe hierzu eines der oberen Lüftungsgitter so eingerichtet das dieses einen kleinen Spalt weit geöffnet werden kann.
Diese Öffnung ist selbstverständlich so schmal das Futtertiere zwar gerade durchpassen , die Agamen aber nicht durch den Spalt flüchten können. Einen gleichen Zweck erfüllt z.b das Bohren eines dementsprechend kleinen Loches  - sofern man einen Deckel aus Holz hat.

Das gelegentlich Sprühen und  gießen des eingebrachten Ficus benjamini erledige ich grundsätzlich morgens kurz vor dem einschalten der Beleuchtung .
So stehen den Agamen wenn sie aktiv werden noch Tropfen vom Sprühwasser zur Verfügung welches sie gerne aufnehmen.

 
Das Verhalten untereinander  hat sich bezüglich Dominanzgebahren nicht maßgeblich zu dem der ersten Monate verändert und wechselt immer mal wieder von Tier zu Tier.

Auch unterscheidet es sich in Stärke und Ausgeprägung nicht von dem der adulten Agamen.

Allerdings ist es besonders bei den Jungtieren  bemerkenswert wie weit diese den Kehlsack bei Bedarf „ aufblähen „ .

Trotzdem kleine "Revierausfechtungen" ( von Kämpfen kann man hier kaum sprechen ) sicherlich normal sind, sollte man immer genau darauf achten das ein Tier nicht von einem anderen vermehrt unterdrückt wird  . Ein besonderes Augenmerk gilt somit der gleichmäßigen Entwicklung aller Jungtiere.

 
Aufgrund der Schwierigkeit die Tiere zu händeln und um ihnen vor allem den Stress durch das rausfangen zu ersparen können, können nach dem Umzug in das größere Terrarium von mir nur Schätzungen zur aktuellen Größe erfolgen.

                         

Die Gesamtlänge dürfte jetzt im Alter von 6 Monaten bei etwa 19 cm Gesamtlänge liegen.

Das Längenwachstum hat sich somit im Vergleich zu den ersten 2 Monaten deutlich verlangsamt, was auch an den wesentlich größeren Abständen zwischen den Häutungen zu merken ist.

Dafür entwickeln sich derzeit die Proportionen /Körpermasse stärker als in den ersten Monaten .

Zum Wachstum von Siedleragamen sei dazu  im Allgemeinen anzumerken:

Von mir gepflegte etwa 1 jährige Agama agama WF wiesen Gesamtlängen von nur 25 cm auf.
Erst mit etwa 2 Jahren erreichten sie in annähernd die Größe ausgewachsener Agama . Mein mittlerweile fast 4 jähriges Männchen hat auch ab dem Alter von 2 Jahren noch etwa 1 cm pro Halbjahr an Gesamtlänge zugelegt.

- Stand April 08 -


JANUAR 09  

Die Tiere sind jetzt über 1 Jahr alt  und das Wachstum hat sich seid dem Alter von 6 Monaten nur sehr langsam und für mich, die ich die Tiere täglich sehe, merklich weniger schnell weiter  entwickelt.

Die Tiere sind weiterhin gesund und agil - also kein Grund zur Sorge- es wird aber auch bei den Nachzuchten deutlich das Agama agama nur in den ersten Monaten nach dem Schlupf sehr schnell wachsen und sich dann die Entwicklung deutlich verlangsamt.

Wie auch schon an Wildfängen beobachtet sind auch diese beiden Tiere vermutlich frühestens in einem Alter von 2 Jahren ausgewachsen.

Mittlerweile liegt die Vermutung nahe das es sich bei den beiden evtl.  um 2 Männchen handelt.

Da die Unterdrückung des einen Tieres in den letzten Wochen immer deutlicher wird, wird zunächst das größte Tier ( Unterschied im Wachstum mittlerweile etwa 1 cm bei knapp über 22 cm GL ) zu meinen adulten Agama agama ins 2m x 1m x 0,90 gesetzt. 

Das dominante " Männchen" zeigt derzeit, abgesehen vom erkennbaren Größenunterschied, auch insgesamt kräftigere Proportionen auf und ist bei der Jagd nach Insekten ebenfalls das erfolgreichere bzw. schnellere Tier.

Beide machen einen munteren und gesundenund auch gut genährten Eindruck, nur sollte aufgrund des doch recht deutlichem Dominanzgebahren in Kürze getrennt werden.

- Stand Januar 09 -


Mai / Juni 2010

Die über 2 Jahre jungen Nachzuchten erfreuen sich weiterhin bester Gesundheit.

Die Vergesellschaftung beider Tiere mit älteren Agama agama - männlich wie weiblich - verläuft problemlos.

Das Tier was vor ca. 1 Jahr, als die beiden alleine das Aufzuchtbecken bewohnten, in der Entwicklung leicht zurückblieb, hat aufgeholt und derzeit wieder die selbe Größe wie das Geschwistertier. Eine Unterdrückung in irgendeiner Form ist seid dem Umzug in das sehr großzügig bemessene Terrarium und in der Vergesellschaftung mit anderen Agama agama nicht mehr festzustellen.

Meine Vermutung das es sich bei beiden Tieren um Männchen halten könnte, scheint in letzter Zeit immer mehr fragwürdig,  da beide Agamen seid etwa 5 Wochen starke Trächtigkeitsflecken aufweisen und an Umfang etwas zunehmen . . . 


Zwar zeigen auch sehr junge männliche Siedleragamen gelegentlich solche Flecken, jedoch kann ich seitens eines adulten anderen Männchen eindeutiges Paarungsverhalten gegenüber den beiden Nachzuchten erkennen ( Nackenbisse - welche wie auf dem Bild zu erkennen den Nackenkamm ein wenig in Mitleidenschaft gezogen haben, Versuch einer Paarung ect.)

Eindeutung läßt sich das Geschlecht wohl wirklich erst zu 100% bestimmen wenn eine deutliche Ausprägung der Eier zu erkennen ist. . . . ;-)

- Stand Juni 2010 -




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