SIEDLERAGAMEN
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Krankheiten

Vorab möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen das alles hier geschilderte, einschließlich der erwähnten Präparate, aus meinen eigenen Erfahrungen resultiert.

Namentlich erwähnte Präparate sowie Behandlungsmethoden ( z.b bei Milbenbefall ) wurden und werden von mir mit positiven Ergebnissen angewandt, auch aufgrund einiger Erfahrung in diesem Bereich.

Für eine falsche Wahl oder Dosierung  dieser Mittel, falschem Einsatz derselben oder falscher Handhabung der Tiere während Behandlungen ect. , übernehme ich somit keinerlei Haftung.

Im Zweifelsfall also grundsätzlich immer an einen kompetenten Fachmann und Tierarzt wenden !

Eine ausführliche Liste von reptilienkundigen Tierärzten, aufgeteilt nach Postleitzahlen, aufgeteilt, findet sich unter diesem Link sowie auch im Forum der Homepage:

Tierärzteliste




Mögliche Krankheiten und deren Problematik bei Siedleragamen

Zunächst etwas positives vorab:

Wenn man ein neu erworbenes Tier erst einmal von Parasiten und Krankheiten befreien konnte und sich die Agame eingewöhnt hat, kann man sich viele Jahre an einem außerordentlich aktiven und robustem Tier erfreuen.

Ich möchte aber auch nicht verschweigen das sich der Weg bis dahin oft als nicht allzu einfach gestaltet und es ohne optimale Voraussetzungen in der Unterbringung und Pflege ein mühsames Unterfangen werden kann.

Optimale Bedingungen tragen gerade bei dieser Art einen Großteil dazu bei viele Schwierigkeiten von vornherein zu vermeiden. Sorgfalt und Geduld sollte hier an erster Stelle stehen.


Nachstehend  zu manch Problematik die bei der Haltung und Pflege dieser Tiere, gerade anfänglich, auftauchen kann, sowie zu den Möglichkeiten verschiedener Behandlungen der jeweiligen Punkte
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Die Wildfänge, aber auch von anderen Haltern bezogene Tiere, sollten zunächst grundsätzlich in ein Quarantainebecken.

Da viele der Tiere anfänglich durch Krankheit oder allein durch den Stress des Transportes geschwächt sind, sollte auch in diesem Becken auf ausreichend gute Haltungsbedingungen geachtet werden. Hierzu gehört neben einer guten Grundbeleuchtung und den richtigen Temperaturen auch die Versorgung mit UV in Form von z.b. Vitalux sowie Unterschlüpfe damit sich die Tiere zurückziehen können.

Bitte hier nicht stiefmütterlich vorgehen.



Frisch importierte Tiere sind meist stark mit allerlei  Parasiten  befallen. ( Auch Tiere aus Zoohandlungen . . )

Nach der Anschaffung sollte daher sofort durch Untersuchungen von Kotproben auf  innere Parasiten  hin untersucht und behandelt werden.

Die hier angemessene medikamentöse Behandlung sollte von einem reptilienkundigen ( Wichtig ! ) Tierarzt richtig eingeschätzt und durchgeführt werden .

Hier können zum Beispiel im Falle von Kokzidien eine Behandlung mit „ Baycox “ in einer angemessenen Dosierung, oder auch im Falle von z.b. Oxyurenbefall,  „ Panacur „ zur Anwendung kommen.

Es handelt sich hierbei um Mittel mit denen ich bisher - natürlich unter „ Aufsicht „ eines erfahrenden Tierarztes - erfolgreich behandelt habe. Die jeweiligen Diagnosen und Behandlungen sind abhängig vom Tier und den individuellen Ergebnissen, und sollten auf jedem Fall dem jeweiligen behandelnden Tierarzt überlassen werden.

Wichtig ist es, nach abschließender parasitenfreier Kotprobe, zunächst vor dem Einsetzen ins eigentliche Terrarium noch eine weitere Kotprobe abzuwarten. Nicht jedes Mal werden noch vorhanden Eier mit ausgeschieden! Hier sollte man absolut sicher gehen können.

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Zur Untersuchung auf innere Parasiten sollten die Tiere zudem gründlichst auf  äußerliche Parasiten   wie unter anderem  Milben untersucht werden.

Oft erkennt man auf befallenden Tieren die Milben schon recht schnell mit dem bloßem Auge.
Leider ist ein großer Teil der Wildfänge oft besonders mit  roten Milben  befallen, was einer gründlichen und auch mal sehr langwierigen Quarantäne und Behandlung bedarf.
Diese Milben schwächen die Tiere auf Dauer stark, schon allein aus diesem Grund sollten die Agamen möglichst schnell von diesen lästigen Blutsaugern befreit werden.
Nachstehend ein wenig dazu wie ich bei Befall mit roten Milben verfahre:

Ich habe bisher diese Parasiten ohne jegliche chemische Keulen in den Griff bekommen. Hier Bedarf es aber einer absoluten Gründlichkeit .

Die roten Milben befinden sich nicht nur auf den Tieren, wo sie ihre Eier unter die Schuppen der Tiere legen, sondern auch oft nicht erkennbar an Einrichtungsgegenständen.
Das Terrarium sollte zunächst somit möglichst aus Glas bestehen, wobei ich auch hier immer durch ein paar Kunststoffpflanzen und ein paar Unterschlüpfe dafür Sorge den Stress für die Tiere so gering wie möglich zu halten.
Für den Boden haben sich weiße Küchentücher ( Zewa) bewährt da diese recht einfach täglich auszuwechseln sind.

Der Nachteil an eingebrachten Einrichtungsgegenständen ist das diese  mind. alle 2 Tage rausgenommen und desinfiziert werden müssen. Trotzdem sollten diese zum Wohle der Agamen auch in einem Quarantänebecken nicht fehlen.
Entweder geschieht das Reinigen der Einrichtung/Terrarium durch einsprühen mit geeigneten Mitteln ( Tierarzt fragen ) und anschließendem abwaschen oder , wie ich es vorzugsweise mache, durch gründliches überbrühen mit heißem Wasser. Kleinere Einrichtungsgegenstände können bei ca. 150 Grad im Backofen behandelt werden.


Etwas problematischer gestaltet sich die  Behandlung am Tier  selber

Hierzu nehme ich die Agame ca. alle 2 – 3 Tage  - nach einer gewissen Eingewöhnungszeit wenn möglich - morgens vor Einschaltung der Beleuchtung aus dem Terrarium, da sich dies für das Tier gewöhnlich stressfreier gestaltet.

Kleinere Stellen betupfe ich zunächst mit Hilfe eines Wattestäbchens mit ein wenig Öl ( Babyöl ). Hier durch ersticken die Milben und lassen sich danach relativ einfach vorsichtig mit einer weichen Bürste ( Zahnbürste ) entfernen.

! Wichtig :
Eine Behandlung mit Öl sollte grundsätzlich nur gezielt an kleinen wenigen Stellen und nicht täglich am Tier erfolgen. Nie das Tier komplett in Öl baden ! Dies kann zu massiven Problemen bei späteren Häutungen führen !

Den  Milben und Eier die sich, nicht ersichtlich ( und das sind die meisten ! ), unter den Schuppen befinden kann man abschließend versuchen mit einem Bad beizukommen. Hierzu sollte die Agame für mind. 5 – 15 Minuten in handwarmes Wasser gesetzt werden.
Abschließend kann man erneut einige Milben vorsichtig mit einer weichen Bürste entfernen.
Die Agame sollte hiernach gründlich abgetrocknet , und sofort unter einen warmen Spot ins Terrarium zurückgesetzt werden.
( Das der Raum in welchem das Tier behandelt wird zudem eh ausreichend warm sein sollte versteht sich von selber )

Wenn bei Behandlung des Tieres sowie der Einrichtungsgegenstände gründlich und vor allem regelmäßig ( alle 2- 3 Tage dieselbe Prozedur ) vorgegangen wird, bekommt man einen Befall mit roten Milben durchaus auch ohne chemische Mittel in wenigen Wochen in den Griff.

! Wichtig auch hier :
Nicht sofort bei augenscheinlich nicht mehr vorhandenen Milben das Tier als geheilt zu den anderen lassen, sondern die Agame mindestens noch 2 - 3 Wochen regelmäßig weiter beobachten und absuchen, da sich immer noch einzelne zurückgebliebene Eier unter den Schuppen und evtl. in der Einrichtung entwickeln könnten.


Nun zu einem weiteren Problem, welchem sich viele die sich eine Siedleragame mit nach Hause nehmen, ausgesetzt sehen:

Legenot

Fakt ist das viele weibliche Wildfänge schon trächtig importiert werden und so dann bereits in diesem Zustand in die Hände ihres neuen Halters gelangen.

Die Fänger in den Gebieten dort sortieren nicht großartig aus, da es sich oft nur um einfache Beigaben (!) zu anderen Reptilienfängen handelt. ( Ein großes Problem was mich immer wieder sehr ärgert, aber das ist ein anderes Thema )

Viele dieser Weibchen sterben schon während des Transports oder kurz danach, da sie die Eier durch den Stress des Transports und der neuen Umgebung in Gefangenschaft, schlicht zu lange zurückhalten.
Aber auch bei schon länger in Gefangenschaft gehaltenen Tieren kann es aufgrund nicht optimaler Bedingungen zur Legenot kommen.
Hier hilft oft dann nur noch der Gang zum Tierarzt ( rechtzeitig ! ) der die Eier dann im schlimmsten Fall operativ entfernen muß. Ob das Tier solch eine Behandlung inkl. dem damit verbundenen Stress dann übersteht ist schlicht eine Glücksache.

Jeder Halter sollte also unbedingt große Sorgfalt bezüglich optimalster Bedingungen leisten. Die Vermeidung von Stress ( Terrariengröße, falscher Umgang mit den Tieren zb. häufiges rausnehmen ect. ) steht hierbei an erster Stelle
 
Vermeidung solcher Probleme mit trächtigen Weibchen im Vorfeld:

Zunächst kann ich jedem noch nicht so Erfahrenden nur dazu raten den Kauf von trächtigen Weibchen - soweit für ihn ersichtlich - zu vermeiden. ( Das Züchten sollte den erfahreneren Haltern vorbehalten bleiben.

Ein „ Toll, dann hab ich gleich Nachzuchten „ geht meistens gewaltig daneben , zu Lasten der Tiere ! )

Hat man dennoch ein trächtiges , da evt. zunächst nicht ersichtlich, Tier erworben, sollte unbedingt dafür gesorgt werden das sämtliche Haltungsbedingungen optimiert sind. Hierzu gehört dann auch das Anbieten von geeigneten Eiablageplätzen  und Vermeidung von jeglichem Stress.

Plätze ( ich empfehle mehrere einzurichten ) können geschaffen werden in Form von, mit leicht feuchtem Sand gefüllten, Höhlen und Unterschlüpfen. Des Weiteren sollte sich möglichst auch ein Platz etwas oberhalb im Terrarium an einer geschützten Stelle befinden. Gönnt den Tieren bitte soviel Ruhe wie möglich durch z.B. abhängen des Terrariums.

Hierzu recht interessant:
Siedleragamen bevorzugten nach verschiedenen Freilandbeobachtungen oft Stellen zur Eiablage die oberhalb des Grundwasserspiegels im jeweiligen Habitat liegen.
Ein  Punkt dem man meiner Meinung nach bei der Haltung in Gefangenschaft viel zu wenig Beachtung  schenkt.
Es könnte die manchmal auftretende Legenotproblematik bei Siedleragamen evtl. in ein anderes Licht rücken.


Dies zunächst zu den am häufigsten auftretenden Problemen bei Siedleragamen.



 Weitere Problematiken, oft auch begleitend zu Parasiten ect. auftauchend , können sein:


- Unterernährung oder allgemein stark geschwächte Tiere . .

. . was ein langsames aufpäppeln, evtl. mit zusätzlichen Präparaten wie z.b. „ Bioserin“  oder „ Critical Care „ ( beides über den Tierarzt ) erforderlich machen kann.

Ich habe mit beiden Mittel bisher einige positive Erfahrungen gesammelt. Sollte es Fragen speziell zu diesen Präparaten  und deren Wirkungsweise geben gerne per Mail an mich.

 
- Kalzium und  / oder UV Mangel :

Auf eine ausreichende Versorgung in einem richtigen Verhältnis zueinander achten!

Bereits akute Knochenerweichung ( Racchitis ) , ausgelöst durch Mangel an oben genanntem, ist nicht mehr zu beseitigen.

Hier ist es nur möglich durch gezielte Gaben von Kalziumlösungen ( Tierarzt ) und einer gesteigerten UV Bestrahlung ( z.b. täglich ca. 30 min. per Osram Vitalux ) ein fortschreiten der Rachitis zu verhindern und somit dem akutem Kalziummangel beizukommen.

Auch hier gilt allerdings rechtzeitig vorzusorgen und die Tiere immer ausreichend zu versorgen.
Geeignete Präparate zur Vorbeugung von Mangelerscheinungen findet ihr hier

              

Für die UV Versorgung gibt es für die Terraristik verschiedene geeignete Leuchtmittel. Wichtig : Die normale Zoohandlung verfügt leider nur selten über wirklich geeignete UV Lampen und bei vielen stehen mehr " märchenhaft tolle " UV Angaben auf den Verpackungen als drin sind . . . Empfehlenswertes findet sich hier auf der Page im Bereich Beleuchtung.
- Äusserliche Verletzungen  durch Gewalteinwirkung oder das leider sehr häufig auftretende Wundstossen der Schnauzenspitze aufgrund der Haltung in viel zu kleinen Terrarien:

Bei leichten Verletzungen dieser Art hilft meist eine mehrmalige Behandlung mit „ Betaisodona „ Lösung und/oder Salbe( Apotheke ) die man auf die betroffenen Stellen aufbringt.

! Wichtig Bei größeren Blessuren oder auch gar Knochenbrüchen sollten auf jeden Fall nicht selbst versucht werden diese zu behandeln. Dieses obliegt ebenfalls nur einem kompetenten Tierarzt !
 



Noch ein paar allgemeine Punkte  zur Haltung und um die Anfälligkeit für Krankheiten der Tiere so weit wie möglich zu vermeiden:

 Die Vermeidung von Stress sollte immer, mit samt einer optimalen Haltung, an erster Stelle stehen.

Hier sollte(n) nicht die Bequemlichkeit des Halters oder Kostengründe eine Rolle spielen. In diesem Fall sollte man sich grundsätzlich weder Siedleragamen noch andere Reptilien ( bzw. überhaupt Tiere ) anschaffen !
Siedleragamen sind ( leider ) ein häufiges  Beispiel dafür das, wenn nicht genügend auf Sorgfalt in den verschiedenen Bereichen geachtet wird, ein Mangel oder ein Zuviel in diesen Bereichen die Tiere krank machen kann.
 Stress = wesentlich größere Anfälligkeit für Krankheiten.

Hierauf sollte auch geachtet werden während nötiger Behandlungen:
Nur das was wirklich nötig ist den Tieren zumuten und nicht ununterbrochen rausnehmen, anschauen und rumdoktern.
Auch sollten Tierarztbesuche immer genau abgewägt werden, zb. in dem man zunächst einen kundigen Tierarzt telefonisch kontaktiert. ( Viele Probleme ( NICHT ALLE ) können auch durch einfache und erweiterte Kotproben festgestellt und behandelt werden. )

Im Zweifelsfall also zunächst den nächsten erreichbaren reptilienkundigen Tierarzt anrufen. Trotzdem sollte man, wenn es sich offensichtlich um ein größeres Problem handelt und es den Tieren augenscheinlich bereits schlecht geht, natürlich auch mit einem Besuch  mit dem Tier  nicht zu lange zögern.

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Letztendlich sei gesagt:


Auch wenn sich die Einschätzung der jeweiligen Prioritäten und Symptome sicherlich nicht immer ganz einfach gestaltet, sollte doch ein sorgsames Beobachten der Tiere und eine gewisse Aufmerksamkeit dem Verhalten der Tieren gegenüber helfen, Anzeichen für Krankheiten und Wohlbefinden mit der Zeit recht gut einschätzen zu können.

Sind die Siedleragamen erst einmal eingewöhnt, gesund und fit hat man wunderbar dankbare und auch recht unkomplizierte Pfleglinge die es einem mit einem tollen und interessanten Verhalten  danken .











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